HILLARY STOLE NYC

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First Lady der USA

Nach der Wahl Bill Clintons zum Präsidenten der USA zog die Familie im Januar 1993 ins Weiße Haus ein. Sie wäre gerne Justizministerin geworden; seit 1967 darf aber kein Regierungsbeamter in Washington ein Familienmitglied als unmittelbar Untergebenen beschäftigen – auch nicht der Präsident.

Noch im selben Jahr übernahm sie den Vorsitz der Task Force of National Health Care Reform, um im Auftrag der Regierung eine Reform des Gesundheitssystems in die Wege zu leiten. Die ausgearbeiteten Vorschläge der Task Force wurden jedoch abgelehnt. Allerdings hatte sie maßgeblich dazu beigetragen, dass 1997 ein staatliches Gesundheitsprogramm für Kinder nichtversicherter Eltern, das „State Children’s Health Insurance Program“ (SCHIP), eingeführt wurde. SCHIP verbesserte die Situation von 6,6 Millionen Kinder der so genannten „working poor“, der Armen trotz Job.

Hillary Rodham Clinton setzte sich auch für die weltweite Achtung der Frauen- und Menschenrechte ein. Außerdem engagiert sie sich im Kinderschutz. 1996 hielt sie vor der General Conference der United Methodist Church eine vielbeachtete Rede zu diesem Thema.

In der zweiten Amtsperiode ihres Mannes dominierte in den Medien die Lewinsky-Affäre, eine außereheliche Beziehung Bill Clintons zu seiner Praktikantin, die in ein (gescheitertes) Amtsenthebungsverfahren gegen ihn mündete. Hillary Clinton äußerte sich erst später öffentlich dazu, in ihrer Autobiographie Gelebte Geschichte. Diese erschien im Jahr 2003 kurz vor der Autobiografie ihres Mannes und wurde mit weltweit über 3,2 Millionen verkauften Exemplaren zu einem Bestseller, ebenso wie Bill Clintons Mein Leben.

Am 12. April 2015 kündigte Clinton an, sich nach 2008 ein zweites Mal um die demokratische Kandidatur bei der im November 2016 anstehenden Präsidentschaftswahl zu bewerben.[100] Bereits vor der Bekanntgabe ihrer Kandidatur, die medial weltweit ein großes Echo fand, war sowohl in den US-Medien als auch in der internationalen Öffentlichkeit über eine Kandidatur Clintons spekuliert worden. Auch gründete sich schon im Vorjahr eine inoffizielle Kampagne mit dem Titel Ready for Hillary („bereit für Hillary“). Clinton ist die erste Politikerin aus den Reihen der Demokratischen Partei, die ihre Ambitionen auf das Weiße Haus öffentlich machte. Obwohl auch weiteren bekannten Demokraten Ambitionen auf die Präsidentschaft nachgesagt werden, liegt Clinton in allen innerparteilichen Umfragen deutlich in Führung. Politische Beobachter bescheinigen ihr daher, die besten Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei zu haben. Auch die meisten allgemeinen Umfragen konnte sie zwischen 2013 und 2015 gegen potenzielle republikanische Herausforderer anführen. Darüber hinaus ist es Clinton gelungen, die bisher mit Abstand meisten Wahlkampfgelder zu sammeln. Der amtierende Präsident Barack Obama, der nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten darf, erklärte, Clinton wäre im Falle eines Wahlsieges „eine exzellente Präsidentin“.
Hillary Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung im Januar 2016

Außer Clinton bemüht sich der US-Senator aus Vermont Bernie Sanders um die Nominierung durch die Demokraten. Sanders, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, gelang es in Umfragen bis zum Jahresbeginn 2016 den Abstand zu Clinton erheblich zu verringern. Im ersten Vorwahlbundesstaat Iowa konnte er zeitweise sogar leicht in Führung gehen. Obwohl der Senator deutlich mehr Zustimmung als seit Beginn seiner Kandidatur angenommen erfährt (vor allem unter jungen Amerikanern), gilt Clinton aufgrund ihrer hohen Bekanntheit und sehr guten Wahlkampforganisation weiterhin als klare Favoritin für die Kandidatur ihrer Partei. Darüber hinaus haben sich eine deutliche Mehrheit aller demokratischen Kongressmitglieder sowie eine Reihe von Gouverneuren für sie ausgesprochen. Am 30. Januar 2016 erhielt sie ein Endorsement der renommierten Tageszeitung The New York Times für die demokratische Spitzenkandidatur.[103] Ihren Wahlkampf konzentriert Clinton vorwiegend auf die Abgrenzung zu den Republikanern, wobei sie jedoch auf die teils harschen persönlichen Angriffe des in republikanischen Umfragen führenden New Yorker Immobilien-Milliardärs Donald Trump kaum einging. Mehrmals kritisierte Clinton ihren parteiinternen Rivalen Sanders für seine vermeintlich zu leichtfertige Haltung beim Thema Waffenkontrollen. Gleichzeitig präsentiert sie sich als erfahrene Politikerin, die eine erfolgreiche Politik Präsident Obamas fortführen wolle. Seit Januar 2016 absolviert auch ihr weiterhin sehr populärer Ehemann Bill eine Reihe von Wahlkampfautritten für sie, nachdem sich der ehemalige Präsident zuvor eher im Hintergrund hielt.