Die Menge macht das Gift

Multimediale Lesung & Fotoausstellung | PeeWee Horris & Oliver Rath

„Die Menge macht das Gift“

28. Juni 2011 – 20:00 Uhr
Ballhaus Ost – Pappelallee 15 – 10437 Berlin

Holger Handtke und Jytte Merle Böhrnsen lesen Debütroman

des Regisseurs PeeWee Horris

Wenn der Roman eines Filmregisseurs vorgestellt wird, kann der Zuhörer mit mehr als einer schlichten Lesung rechnen. Geboten wird eine multimediale Inszenierung mit Live Musik und Tanz und anderen Kunstelementen. Die Schauspieler Holger Handtke und Jytte Merle Böhrnsen sind als Vortragende Teil eines großen Programms, das den Roman mit Bildern hinterlegt.

In „Die Menge macht das Gift“ wird der langsame Abstieg eines gewöhnlichen Mannes dargestellt, den die erotische Beziehung zu einer Frau mit multipler Persönlichkeit zu einem gedanklichen Mörder und Betrüger macht.

Begleitet wird die Lesung von einer Ausstellung des Fotografen Oliver Rath. Die sechs Fotografien sind von Rath als Interpretation des Romans im Foyer zu besichtigen.

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Exposé

„Die Menge macht das Gift“

Der Roman „Die Menge macht das Gift“ lässt den Leser eintauchen in die Gedankenwelt eines unzufriedenen Mannes der Mittelschicht. Obwohl er objektiv betrachtet alles hat, was sein Glück perfekt machen könnte – eine schöne Frau, einen sicheren Job, ein glückliches Kind und ein eigenes Haus -, hasst er sich und sein Leben. Er erlebt sich nicht als Lenker seiner Existenz, sondern nur in die Furchen eines von außen vorgegebenen Weges gepresst.

Sein Gesicht ist eine trügerische Fassade, die niemanden erahnen lässt, welche Fragen ihn quälen – bis zu dem Zeitpunkt, als er unter besonderen Umständen Lilli trifft. Anfangs wehrt er sich gegen die Bekanntschaft mit dieser jungen Frau, die ihn Paolo nennt und ihm immer wieder unverhofft auflauert. Doch dann erkennt er seine große Chance, im Leben Verpasstes nachzuholen.

Paolo lässt es zu, dass Lilli, die bei jedem Treffen ihren Namen, ihr Äußeres und ihr Wesen ändert, zur Spielleiterin seines Lebens wird. Eine heimliche Affäre ohne Körperkontakt. Kleine Fluchten aus dem bürgerlichen Dasein. Sehr schnell jedoch werden diese „harmlosen“ Ausflüge zur großen Herausforderung, zur Mutprobe oder zur philosophischen Reise. Lilli verhilft Paolo zu einer anderen Sicht auf sein Leben, doch der Preis ist hoch. Auf der Jagd nach Erkenntnis wird Paolo zum Betrüger, Hartz-4-Empfänger, Massenmörder und zum Betrogenen durch sich selbst.

Obwohl sein Verstand sich wehrt, wird Lilli zu einer Sucht, für die er bereit ist, seine Augen vor den dunklen Seiten der vielen Frauen, die Lilli darstellt, zu verschließen.

Selbst als ihre Ausschweifungen Grenzen überschreiten und Lilli seiner Familie beängstigend nahe kommt, will er das Spiel nicht beenden, denn er glaubt, nur noch bei ihren Zusammentreffen überhaupt etwas empfinden zu können.

„Die Menge macht das Gift“ ist die Geschichte einer nachgeholten Jugend, der innere Aufstand und Ausbruch aus den fest gefahrenen Wegen des gesellschaftlichen Systems. Als Paolo durch Lilli die Chance erhält, vielfältige Empfindungen zu erfahren, die ihm sein Leben bisher nicht bieten konnte, greift er zu, auch wenn er nunmehr durch Lilli fremdbestimmt wird. Florian Anders Roman reflektiert die Rolle eines Mannes, der ein unbeachtetes Schattendasein führt und unter seiner unerfüllten Selbstverwirklichung leidet. Welche Kraft und Überwindung unterdrückte

Wünsche entfalten können erfährt dieser Mann durch die heimliche Affäre mit der undurchschaubaren Lilli. Dabei erkennt er, dass Mut immer belohnt und Flucht immer bestraft wird, und dass die Regeln des Lebens und der Gesellschaft, die er als von außen auferlegt wahrnimmt, ihren Wert und ihre Berechtigung haben.

Peewee Horris – 



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