90 Billions – Markus Kavka

Früher ein Diplomverlober, heute schickt er Florian Silbereisen mit Pudeln ins Bett und erzählt, wie man sich nackt vor einem Feuer retten kann.

Ladies and Gentleman, “90 Billions“ is proud to present… MARKUS KAVKA.

 

Wenn das „v“ ein „f“ sei, wäre Dein Leben vielleicht wie verlaufen?

Dann wäre ich ein richtig guter Schriftsteller. Ich habe Bücher von meinem fast Namensvetter und habe ja selbst schon ein paar geschrieben und obwohl meine Bücher alphabetisch geordnet sind, wird’s mir nicht in den Sinn kommen, dass ich sie nebeneinander ins Regal stelle. Ich habe bewusst meine Werke unten zu den Reiseführern verramscht. Zwei Meter weg von Franz, da muss man die Kirche im Dorf lassen, was mein literarisches Œuvre betrifft, aber ich übe und arbeite mich im Regal nach oben und irgendwann darf ich mal neben ihm stehen(lacht).

Keine Scheu mehr vor was?

Gar nix! …..Vielleicht vorm Heiraten, da habe ich mich ein bisschen abgesponnen. Früher war ich ein Diplomverlober und wollte jede Frau mit der ich eine Weile zusammen war, gleich auch festnageln. Aber dann habe ich gemerkt, dass diese vermeintlichen Eheversprechen für die Tonne sind und jetzt denke ich, lass ich die Finger davon.

Just married?!

Ich trau dem Braten nicht!

Wann hört die Vergangenheit auf eine Zukunft zu haben? Und hat sie eine Zukunft?

Ich bin ein Mensch der wenig in der Vergangenheit rumlebt, für mich ist generell morgen spannender als gestern und das hält mich auch auf Trapp, eine gewisse Neugierde die ich nicht ablegen kann.

Meine Freude liegt schon in manch vergangenen Erlebnissen. Ich hoffe aber, dass ich in der Zukunft Sachen erlebe, die anderes vergessen machen, weil sie viel toller sind!

Vervollständige, „I´m to sexy for….“?

(lacht) Ich muss jetzt auch spontan singen und natürlich „for my shirt“!

Danke jetzt hab ich einen Ohrwurm…..(lacht) Aber ich komm so langsam in ein Alter, wo ich gucken muss, ob denn jedes Shirtchen noch so passt wie früher. Allmählich muss man den Song umtexten für mich: „I´m to unsexy for my shirt“.

 

Wie schmeckt Dir denn die Musik von heute?

Sehr gut! Ich finde jeden Tag neue, aufregende Sachen. Ich habe es auch bis heute vermeiden können auf eine 80er Party zu gehen, alles nix für mich, da es täglich immer wieder frische Musik gibt. Aus meinem Mund wird man nie hören, früher war alles besser. Ich bin begeistert!

Kerzenschein oder Rampenlicht?

Weder noch! Bei Kerzenschein hab ich mal versehentlich meine Bude abgefackelt, seitdem findet man in meinem Haushalt keine Kerzen mehr.

Ich wollt mal baden wie ein Mädchen und hab auf die Wanne und den Spülkasten lauter Teelichter gestellt, bin nach dem Baden eingepennt und dann haben die Teelichter auf dem Spülkasten erst den selbigen in Brand gesetzt. Über dem hing ein Poster, das hat als nächstes gebrannt, dann sind die Flammen langsam Richtung Holzschiebetür, dann brannte die und hinter der Tür stand ein Tisch auf dem lauter Jacken von mir lagen. Irgendwann bin ich hustend aufgewacht und dachte mir, wieso seh ich nix, warum riecht es hier so komisch? Da stand aber im vorderen Teil der Wohnung schon alles in Flammen. Ich musste handeln und hab dann nackt mit dem Duschkopf das Feuer ausgeduscht. Es hat aber gereicht, dass die komplette Wohnung verrußt war. Zu meinem Pech wohnte ich dort illegal und konnte keinen Versicherungsschaden daraus machen, deswegen Kerzenverbot!

Was das Rampenlicht angeht, na ja ich bin eher ein scheues Kerlchen. Ich kann mir maximal bei einer Fernsehkamera die Beleuchtung geben, aber auf einer Bühne zu stehen im Rampenlicht, da rutscht mir das Herz in die Hose.

Meinst Du Dein aktueller Romanheld Gregor Herzl hat das Erwachsenwerden mittlerweile gepackt?

Nee, Herzl ist ein Kandidat, der es nicht so wirklich schaffen wird. Aber Erwachsenwerden ist auch eine Definitionsfrage. Mit zunehmendem Alter bekomm ich in Interviews häufiger die Frage gestellt, ob ich denn nicht mal Erwachsen werden will. Wenn ich dann nachfrage, was man sich langläufig darunter vorstellt, gibt’s auch immer nur schwammige Antworten.

Also, muss man mit Mitte Vierzig die ultimative Chartshow gucken und darf nicht mehr in Technoclubs gehen und muss man sich mit Anfang Sechzig den Musikantenstadl reinziehn´ und darf sonst nix mehr machen?!

Ich mache bestimmt Dinge in meinem Alter, die andere in gleichem nicht mehr machen, aber das hat nicht viel mit Erwachsen sein zutun, sondern ich habe einen anderen Geschmack, der vielleicht nicht ganz Mainstream ist.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich mich mit 75 in den Club Watergate mit einem Rollator auf der Rampe hochschiebe. (schmunzelt)

Wenn man eine Leidenschaft teilt, spielt das Alter keine Rolle.

Hätte die Karriere als Landei nicht auch unglaublich spannende Facetten gehabt? Haus, Vorgarten, Filzpantoffeln…..

Das klingt jetzt nicht so spannend, Haus, Vorgarten, Filzpantoffeln(lacht).

Ich bin schon ganz bewusst aus dem dörflichen Idyll geflüchtet, meine Kindheit möchte ich dennoch nicht missen, aber ich hatte recht schnell das Gefühl das es mir dort zu klein wird. Es war mir zu anstrengend, jedes Wochenende gab’s Dresche, weil man nicht so aussah wie die anderen und dann fiel mir auf, dass ich nicht zu den Landleuten gehöre.

Kleine Lästerminute…..sarkastisch umhüllt, welcher Promi braucht mal ne´ Backpfeife oder richtig wilden Sex, um den Boden wieder zu finden?

Würdest Du den helfenden Part übernehmen?

Bei wildem Sex hebt man eher noch mehr ab. (grinst)

Aber da brauch ich ein Sekündchen, da gibt’s viele die mich nerven.

Nehmen wir mal Florian Silbereisen, der könnte beides gebrauchen. Aber wen schicken wir mit Silbereisen ins Bett? Ich glaube mit den Jacobs Sisters und den lieben Pudeln, dass ist auf jeden Fall ein Realitätscheck. (lacht)

Bist Du eher ein Angler von guten Worten oder eine Koplimentenschleuder gegenüber anderen?

Ich mache schon gerne Komplimente und wenn ich selbst eins bekomme,  werde ich rot, schäm mich und will, dass es schnell vorbei geht.

Gib doch bitte zu das MTV eigentlich voll ausgeschrieben „Markus, The Volume“ heißt.

Das ist mal schön, geb ich sofort zu, ist vor Dir noch niemand drauf gekommen. (lacht)

Besonders stolz auf…?

Wenn mal auf meinem Grabstein drauf steht „War kein Arschloch“, bin ich schon ganz zufrieden. Ich gebe mir auch viel Mühe keins zu sein und bis jetzt hat’s auch gut geklappt.

Tick-Tack, die Uhr läuft, was willst Du noch vollbringen?

Heiraten, Kinder bekommen, ein Haus am Meer und ein Boot(lacht). Nein, in Wirklichkeit hab ich keine Pläne für die Zukunft, jeder Tag soll um die Ecke kommen und ich freu mich.

Thank you for the music Kavka und für uns bist Du der wahre Franz!

Interview: Jan Luckenbill Hair & Make Up: Betty Amrhein Assistent: Sebastian Marggraf Photos: Oliver Rath

 Markus Kavka



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