90 Billions – Dawid Tomaszewski

 

Vogue, ELLE, Vanity Fair und jetzt „90 Billions“, welcome

DAWID TOMASZEWSKI!

 In der deutschen Modeszene ein Star, verfeinerte er sein Können in internationalen Häusern wie

Vivienne Westwood und Sonia Rykiel.

 

Was wollte der kleine Dawid schon immer machen und kann der Große sich jetzt erfüllen?

Der kleine Dawid wollte schon immer Mode machen und hat schon früh seine Mutter ständig umgestaltet.

Was der große Dawid jetzt macht, wird sich erst noch raus kristallisieren. Ich bin auf dem Weg in irgendwelche Richtungen, aber ich weiß nicht in welche!

Doch aus purem Egoismus will er es sich beweisen, dass er das kann. (lacht)

Türen gehen zu, Fenster öffnen sich.

Erzähl von den Türen und zugigen Fenstern die Dir begegnet sind!

Ich liebe die Arbeit mit Menschen, doch habe ich schon oft den Glauben an Menschen verloren und man wurde enttäuscht, leider schließen sich dann die Türen, meist aus Neid. Menschen um mich herum und ich selbst, sind dafür verantwortlich, dass sich Fenster öffnen. Es hat sehr viel mit persönlicher Symphatie zu tun. Ich liebe Begegnungen und Freundschaften, das hilft oft sehr.

Die Entstehung eines Modells hat auch viel mit haptischen Empfindungen zu tun, welches Material hat davon am meisten und spiegelt sich bei Dir häufig wieder?

Chiffon, mit Chiffon arbeite ich am liebsten zusammen. Ich mag etwas fühlen und neues entdecken, zudem entwickele und produziere ich eigene Stoffe.

Aber auch tolles Leder und Pelz gehören zu meinen Lieblingsmaterialien.

Style bedeutet…?

…sich wohl zu fühlen und sich treu zu bleiben.

Von oben betrachtet stehst Du wo?

Ja, frag die anderen(grinst), ich kann das schlecht einschätzen.

Ich stehe am Anfang, wir werden in 15 Jahren sehen, wohin die Reise geht.

Plagen Dich Selbstzweifel?

Jeden Tag! Es ist ein gesundes Befinden eines jeden künstlerisch veranlagten Menschen, dass man zweifelt an dem was man macht und sich fragt, mache ich das Richtige?!

Anscheinend mache ich etwas richtig, aber ich weiß nicht was! (lacht)

Wie gehst Du mit ihnen um?

Weitermachen, einfach weitermachen, nach vorne schauen, sich nie verkriechen und in Selbstmitleid verfallen.

Im Hamsterrad der Saison sich einer ständigen Metamorphose hinzugeben kostet Kraft, schenkt aber…?

…Erfüllung und Verwirklichung.

Fell des nackten Affen oder selbstbewusste Hülle?

Das ist eine gesunde Mischung aus beidem, es ist alles wichtig, da gibt es keine Differenzen. Wenn das Innere schön ist, kann die Hülle auch selbstbewusst sein.

 Zitat Luckenbill:

„Einen Sinn zu finden ist nicht so einfach, wie ein Grund danach zu suchen“.

Hast Du einen Grund, respektive den Sinn gefunden, oder erst gar nie danach gesucht?

Ich suche nicht danach, ich mache einfach, sonst verfängt man sich zu sehr in der Sinnsuche.

Maß nehmen und Maß halten passt das zusammen im wirtschaftlich angespannten Geschehen?

Ich glaube das passt zusammen. Luxusgüter wurden immer gerne eingekauft oder angenommen. Auch wenn wir wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, ist das Bedürfnis nach etwas Schönem sehr stark ausgeprägt, man hat den Wunsch sich zu belohnen.

Als gebürtiger Pole wurdest Du erst kürzlich zur „Polen Fashion Week in Łódź geladen, wie war der Applaus und was könnte die deutsche Ausgabe vom Nachbarland lernen?

Ich habe noch mal das Video der Show angeschaut und glaube ich habe noch nie so viel Applaus bekommen, mit Standing Ovation und Pfeifen.

Aber es ist schlecht zu beurteilen was beide von einander lernen könnten, da es nun auch erst die 5. Edition der Polen Fashion Week war.

Berlin und Polen sind in dieser Hinsicht beide im Wachstum, Vergleiche zu London oder Paris kann man nicht ziehen.

Was fasziniert Deine Landsleute am Rausch einer Show und dem Bewusstsein sich zu kleiden?

Die Polen mögen es chic zu sein, das war schon immer so, aber was sie daran fasziniert kann ich nicht sagen.

Ich versuche die Menschen aus der Realität und in den Bann zu ziehen.

Du wirst als die deutsche Antwort auf John Galliano gehandelt, fühlst Du Dich dafür schon so weit oder engt so eine Bewertung Deiner Person den kreativen Geist nur ein?

Ich werde auch oft mit McQueen verglichen, obwohl meine Dramaturgie eine andere ist. Zum Beispiel in meiner letzten Show habe ich Gesichter verfremdet und von daher neigen viele Menschen -aus Unwissenheit-  dazu, Vergleichsmöglichkeiten zu suchen, ich bin nicht Galliano und ich werde es auch nie sein. Ich schreibe meine eigene Geschichte, was ich mache steht für mich und nicht für einen anderen Designer, ich möchte nicht verglichen werden. Ich lebe in meiner eigenen kleinen Welt und das was ich betrachte, versuche ich umzusetzen, that´s it.

Ich würde mich aber durchaus reif fühlen ein großes Haus wie Dior oder Lanvin zu begleiten, warten wir auf ein entsprechendes Angebot.(schmunzelt)

Schlicht gefragt, was wünschst Du Dir selbst, Deinen Kreationen und der Branche an sich?

Ich wünsche mir mein großes Vorhaben gut umzusetzen, ich fange an nebenbei Architektur zu studieren, zudem hätt ich auch gerne endlich einen Hund und meine Firma soll natürlich weiter wachsen, ich arbeite an meiner ersten Möbelkollektion und der Eröffnung eines Concept Stores am Kurfürstendamm.

Der Branche wünsche ich bedeutend weniger Missgunst und Aufgeblasenheit. Meine Kreationen hingegen, sollen wunschgemäß jede Frau schmücken – im besten Fall. (lacht)

Anna Wintour is so right, you and your fashion is fucking hot, Dawid-Baby!

Starring: Dawid Tomaszewski

Interview: Jan Luckenbill – Hair & Make Up: Betty Amrhein Photos: Oliver Rath



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