90 Billions – David Pfeffer

Vom alltagsgeplagten Beamtendienst zur gefeierten Stimme mit Profil.

DAVID PFEFFER, Sieger der X Factor Staffel 2011 klingt an bei „90 BILLIONS“…

 


Der Vorhang fällt, das gesamte bisherige Dasein ändert sich kometenhaft.

Seit Kurzem ein X Factor Gewinner, gehst Du wie damit um?

Im Moment noch gar nicht, es ist erst knapp zwei Wochen her und für mich ist es schwierig mich an den Gedanken zu gewöhnen, ich realisiere es noch nicht. Ich brauche dafür Zeit das Erlebte zu verarbeiten, aber ich freue mich!

Wie hat Dein Umfeld reagiert, was ist um Dich herum passiert, was hat sich verändert?

Mit meinen Freunden hat sich das Verhältnis nicht verändert, ich meine man muss immer wissen wer, wer ist im Leben und das weiß ich sehr genau. Es freuen sich alle und sie wissen ja auch, dass ich schon ewig Musik mache und dass es für mich auf jeden Fall eine tolle und aufregende Zeit ist, war und wird.

Was sich so grundlegend verändert hat kann ich noch nicht genau sagen, ich war noch nicht Zuhause und kann so meinen Alltag gar nicht beschreiben, weil ich die letzten zwei Monate keinen hatte. Und um eine Veränderung festzustellen, brauche ich den Vergleich zum bisherigen Alltag.

Mit viel Würze im Gepäck willst Du den Musikmarkt wie von Dir als Quereinsteiger begeistern?

(lacht) Ich mache Musik seit Kindesbeinen und ich mache sie aus Überzeugung, nicht weil ich darauf stehe in den Medien präsent zu sein, sondern um tatsächlich Musik zu machen. Dies ist mit Sicherheit zu manch anderem Castingshow-Teilnehmer ein Punkt in dem wir uns in der Einstellung unterscheiden. Ich schreibe Songs seitdem ich 14 bin, spiele seit 8 Jahren in der gleichen Bandformation. Diese Band geht mit mir auch auf Tour im kommenden Jahr und wir spielen auch Lieder die bereits mehr als ein Jahrzehnt bestehen und jetzt produziert wurden.

Ich mache melancholische, leise Musik und das ist die Ausdrucksform in der ich mich sehe. Musik ist die schönste Sprache und wenn ich dadurch jemanden erreiche oder begeistere, ist das für mich das schönste Kompliment.

Der Sieg bei X Factor ist für mich kein Garant dauerhaft erfolgreich zu sein und so will ich weiterhin mit Qualität überzeugen.

Ist unser Leben vorbestimmt oder werden täglich die Karten neu gemischt?

Ich tue mich nicht leicht das zu beantworten. Ich glaube, dass ich selber mit dem Gedanken nicht klar komme es gäbe Schicksal und Vorherbestimmung, deshalb meine ich,- zwar nicht mit Bestimmtheit-, dass man alles im Leben selbst in der Hand hat.

Aber mit einer sicheren Meinung dazu wüsste man mehr als manch anderer Mensch und das würde ich von mir nicht behaupten.

Kein Kopf für…?

Banalitäten! (schmunzelt)

Unsinn und Vernunft bedeuten für Dich was?

Man braucht beides im Leben! Wenn Wertigkeiten und Regeln dein Leben mitprägen, sollte Ausbrechen auch dazugehören. Lebt man ohne Vernunft, ist es Chaos, aber ohne Unsinn fehlt definitiv die Spannung.

Pufffff….und die Seifenblase zerplatzt.

Niemand kreischt nach David Pfeffer mehr, wie geht’s mit ihm weiter?

So wie vorher auch, ich hatte vorher auch ein glückliches Leben und man muss Realist sein, erst recht jetzt.

Ich habe andere Träume aber ich weiß auch was mir die Realität die letzten Jahre gezeigt hat.

Unabhängig von Verkaufszahlen oder anstehenden Fans, Musik wird immer und egal wie mein Voranschreiten bestimmen.

Eine Hand voll Wahrheit oder oberflächliche Bewertung?

Deutlich eine Hand voll Wahrheit.

Als geerdeter Typ sammelst Du Sympathiepunkte, ist das Marketingstrategie  oder wahrhaftig Authentizität im Höchstmaß?

Ich hoffe, dass du das nach dem Interview einschätzen kannst. (lacht)

Eine Rolle zu spielen würde auf Dauer anstrengend werden und auch nicht funktionieren, so bleibe ich mir als Person lieber treu und entweder mag man mich so, oder nicht. Dabei bleibt es auch, sonst kann ich mich nicht wohl fühlen.

Deine erste veröffentlichte Single heißt „I´m here“, klingt wie eine besser formulierte Kampfansage!?

Ist es aber überhaupt nicht!

Egal ob freundschaftlich oder in einer Beziehung, Geborgenheit und Zuspruch sind wichtige Dienste die man anderen erweisen kann und das soll der Song vermitteln, nicht mehr aber auch nicht weniger, i´m here.

Gefällt Dir die Schublade in die man Dich gesteckt hat?

Es gibt viel Musik die ich gut finde und eine Musik die ich mache. Man braucht eine Basis und wenn diese in meiner Musik wahrgenommen und gehört wird, kann das nur von Vorteil sein und freut mich. Sollte mich jemand in die typische Castingecke drücken wollen, wird er ganz schnell feststellen, dass ich nicht dahin gehöre und Plastik-Pop nicht meine Intension ist.

Anerkennung von Menschen zu bekommen die Musik und vor allem Castingshows kritisch gegenüber stehen, wäre das größte Lob.

Siegen, Clip drehen, Shootings, Aufnahmen, Interviews…wie begreift man den Rummel um seine Person und bekommt keine Flügel?

Ich müsste tatsächlich erst begreifen…(lacht)

Du bist für gefühlvolle Kompositionen bekannt geworden, was meinst Du, brauchte das Land mehr Herz oder war die Adventszeit ein versteckter Motor?

Menschen verbinden Emotionen viel mit Musik, bestimmte Erlebnisse werden eng mit Musik verknüpft und wenn diese noch dazu ehrlich ist, spart man sich einen saisonal geprägten Motor. Das Verlangen nach Werten und Beständigkeit wird immer lauter und dies versuche ich auch als Person zu erfüllen.

Was sind denn für Dich Wertempfindungen?

Respekt und Achtung voreinander sind das Wichtigste. Im persönlichen, zwischenmenschlichem Verhalten ist Würde ein großer Punkt des Zusammentreffens.

Aus ein bisschen Werbung für Deine Band „INPATICULA“ ist ein bisschen viel mehr geworden.

Trotz kritischem beäugen von Castingshows hast Du weiter gemacht, wie vereint sich das mit Deiner Grundhaltung?

Gute Frage, die ich mir selbst aufgestellt habe, weil ich oft nachgedacht habe, wie vereine ich meine Haltung gegenüber dem eigentlichen Showahnsinn mit dem, was ich vorher gemacht habe. Für mich ist letztlich der Spagat ganz einfach, es gibt eine ganz simple Erklärung: Ich werde mich nicht verbiegen und der Zirkus drum rum kann daran auch nichts ändern, wenn du, du selbst bleibst. Ich bereue nichts, da ich bei X Factor eine tolle Zeit hatte, Songs singen durfte, die mir gefielen und spannende Menschen kennen lernen konnte.

Und was könnten Castingshows besser machen?

Castingshows könnten sich auf das reduzieren was es ist, Leute suchen die Musik machen wollen. Man kann darauf verzichten, Menschen bloß zu stellen oder sie zu Clowns zu machen. Talente können sich nicht nur durch Gesang ausdrücken, sondern auch durch viele andere Facetten. Die Frage ist nur, interessiert es die Allgemeinheit und Fernsehen ist nun mal von Quoten abhängig.

Dein größter Wunsch für Weihnachten…?

(grinst) Ein paar ruhige Tage bei meiner Familie und Zeit zum Selbstreflektieren.

Ahoi, Sergeant Pepper and a lot success!

90 BILLIONS” wünscht glorreiche Weihnachten und ein feucht-fröhliches 2012.

Visit: David Pfeffer

Text: Jan Luckenbill Hair & Make Up: Betty Amrhein – Assistent: Emmanuele Contini Photos: Oliver Rath



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