90 Billions – Kerstin Schilly

Erfolg und Etikette sind ihr kein Fremdwort, KERSTIN SCHILLY!

 Bei „90 BILLIONS“ spricht sie über die Wahrnehmung der Frau und ihre Reise zur inneren Zufriedenheit.

Du arbeitest in einer der angesehensten und erfolgreichstenAgenturen Deutschlands, der HARDENBERG CONCEPT GmbH, gegründet von Isa Gräfin von Hardenberg. Als geschätztes Mitglied der Geschäftsleitung und als galante Frau hast du eine entsprechende Position erreicht. Werden Frauen trotzdem ausreichend respektiert oder besser gefragt, ist Frausein heute noch ein Hindernis auf der Karriereleiter?

Das ist bei uns zumindest kein Problem! Unsere Agentur wird von drei dynamischen Frauen geleitet.

Gerade im Eventbereich sind Spontanität, Multitasking, Sinn und Gespür für Trends wichtige Elemente. Auch die Fähigkeit eine gute Gastgeberin zu sein, ist von enormer Wichtigkeit. Das fällt uns Frauen in der Regel leichter.

Ich wünsche mir natürlich, dass in der Gesellschaft die Bereitschaft steigt, Führungspositionen gleichberechtigt zu besetzen und diese auch dementsprechend zu entlohnen. Wir sind eine Generation von Frauen, die selbstbewusst und in exzellenter Weise ihren Job macht. Dies muss verstanden und gefördert werden.

 

Pardon, ich bin sicher nicht Alice Schwarzer, aber beweist nicht die Äußerung dieses Wunsches, dass unsere Gesellschaft eine gewisse Modernität nur vortäuscht und im Innersten noch der Steinzeit nachhinkt?

Klar wird eine gewisse Modernität gerne propagiert, aber nach wie vor dominieren Männer die Chefetagen. Auf großen Kongressen sieht man quasi nur „schwarz“ und begegnet leider nur wenigen Frauen.

Wir leisten unseren Beitrag zur Veränderung, indem wir beispielsweise starke Frauen als Rednerinnen einsetzen und die entsprechenden Netzwerke fördern.

In deiner Stellung kann es oft zu Situationen kommen, in denen man sich behaupten muss. Wie kann man dabei trotzdem charmant-unverbindlich bleiben? Oder überwiegt immer die Professionalität?

Es ist absolut unerlässlich, dass man in jeder Situation professionell bleibt. Natürlich denke ich mir dabei manchmal meinen Teil. Das oberste Gesetz ist die Ruhe zu bewahren und dem Kunden ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Ecken oder Kanten?

Gerade beides zeichnet einen starken Charakter aus. (schmunzelt)

Du interessierst dich privat sehr für die indische Kultur und Religion, lass uns doch teilhaben an deinen spannenden Erlebnissen! Kerstin, it´s your turn…

Dieses Interesse beruht auf einer spontanen Reiseentscheidung nach Indien. Dort hatte ich das starke Gefühl eine stille und wirklich sinnvolle Zeit zu verbringen. Indien ist ein sehr spirituelles Land und hat mich sehr geprägt. Natürlich habe ich mir à la „Eat-Pray-Love“ jede Menge spirituelle Erfahrungen gegönnt und kaum ein Klischee ausgelassen: Unterweisungen durch einen Guru, Chakra-Healing, ägyptischer Tempeltanz, Vollmond-Meditation, Reiki und natürlich Yoga – das volle Programm. Aber so abgedroschen das auch klingen mag und obwohl vieles eher lustig als bereichernd war – meine innere Haltung hat sich dadurch verändert. Ich nehme jetzt die neuen Chancen, die jeder Tag mir bietet, stärker wahr. Es liegt in erster Linie an einem selbst, was und wie man es macht. Nur durch Ausprobieren findet man den Weg, der zu einem passt. Ich habe gelernt, respektvoll und bewusster mit Erfahrungen umzugehen und auch so zu leben.

 

Und wie setzt du diese Erfahrungen in deinem Alltag um?

Ich versuche nicht zurückzublicken, meine Zukunft nicht strikt zu planen, sondern in der Gegenwart bewusst zu leben und mehr das Herz als den Kopf einzusetzen.

Verrücktheit muss der Vernunft weichen! Wann hast du das letzte Mal etwas wirklich unmoralisches unternommen?

Wird hier nicht verraten. (lacht)

Ich gehe durchaus an meine Grenzen und handle intuitiv. Aber ich kenne mein Limit und habe bis jetzt immer wieder den Weg zurückgefunden.

Du ziehst den Hut vor?

Menschen, die aus tiefster Überzeugung heraus leben, sich dabei nicht von Statusdenken beschränken lassen und keine Angst haben. Davor habe ich größten Respekt.

Geborgen fühlst du dich wann?

Zu selten!

Die Wahrheit löst oft Reaktion in uns aus, die in erster Linie ernüchternd und doch auf den zweiten Blick befreiend wirken. Kennst du solche Wahrheiten?

Ja, das kenne ich. Im ersten Moment fühlt man sich von der schonungslosen Wahrheit leicht angegriffen. Man kann diese Verletzung jedoch als etwas Positives ansehen. Es muss einem nur gelingen sie anzunehmen. Natürlich bedarf es seiner Zeit, sich mit der Wahrheit auseinanderzusetzen und sie schließlich zu akzeptieren. Ich ziehe klare Worte vor. In einer ehrlichen Freundschaft ist mir das lieber als falsche Rücksichtnahme.

Und was ist für dich die größte Wahrheit?

Die Liebe und das Leben – beides kann man nicht lenken.

Kennst du vielleicht ein Gegenmittel für die plagende Mitläufermentalität?

„Leben und Leben lassen“ ist meine Devise.

Chapeau an eine Frau mit Herz und Verstand, KERSTIN SCHILLY!

Hardenberg Concept

Interview & Styling: Jan Luckenbill – Hair & Make Up: Betty Amrhein 
Assistent: Emmanuele Contini – Photos: Oliver Rath


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