90 Billions – Anton Unai

Ein Künstler der Sex und ein gemachtes Bett als Antrieb seines Schaffens ansieht und keine Angst vor Zensur hat, ANTON UNAI!

 Berlin ist nach vielen Stationen seine kreative Heimat, hier verwirklicht er sich mit seiner Kunst auf internationaler Ebene und stellt sich in seinen Werken diskussionsfreudig der heutigen Konsumgesellschaft.

 

Man spricht von dir gerne über einen Autodidakten, d.h. du hast vor der Kunst noch etwas ganz anderes gemacht?

Tischler, Autowrack Reiniger, Fleischwarenhersteller, “tongue boy“, Garderoben Manager bei Victoria Secret, Praktikant im technischen Bereich eines Gay Clubs, Spendensammler,  Erbsenprüfer, Teilzeit-Telefonverkäufer, Vertreter für “Altoids-Pastillen“, Bürohengst, Hundekot-Entferner.  

Wie führst du in diesem Zusammenhang Eigenregie mit und in deiner Kunst?

Ich verstehe deine Frage nicht! (lacht)

Die Konsumgesellschaft ist häufig dein Thema, was willst du verändern? Kann man überhaupt noch die Gesellschaft in ihren Verhaltensmustern sensibilisieren oder gar verändern?

Der befreite Mensch ist nicht derjenige, der in seiner idealen Realität, seiner inneren Wahrheit oder seiner Transparenz befreit lebt; Er ist ein Mensch, der Räume verändert, der herumkommt, der lieber das Geschlecht, Kleider und Gewohnheiten je nach Mode und nicht der Moral entsprechend verändert. Er ändert nicht seine Meinungen aus seinem Gewissen heraus, sondern als Antwort auf Meinungsumfragen.

Drohung oder Bedrohung?

Drohung!

Verliebt in Berlin?

Oft. Die Stadt vereint die Effizienz des Westens und den Charme des Ostens.

Was will ein echter Unai erreichen, wo liegen seine Gelüste der Neuentdeckung?

Wenn du hoch hinaus willst, musst du unten beginnen. Ich habe auf Ibiza mit Löcher buddeln angefangen.

Jetzt ist es Zeit die Früchte in Berlin zu ernten.

Sag mal ist es bei einem Schema zu bleiben, nicht schwieriger, als sich neu zu erfinden?

Im Leben ist Wiederholung Sklaverei und das Verderben des Wesens.

Hast du dich gefunden oder suchst du noch?

Habe ich’s mal gefunden, will ich es schon nicht mehr…. Es geht also immer ums Buddeln und die Schatzsuche. (lacht)

Doch was treibt dich an, wie definierst du deinen persönlichen Motor?

Das kann ich dir gerne sagen: Sex, Sperma, Acryl, Rost, Wasserfälle, Überfälle, Pornos, Neonpink Glam rock, Affe, Zauberei und geheimnisvolles, „Ground-Zeroismus“, der Ursprung, der Mangel an Möglichkeiten, nichtgeometrische Figuren, Boxen, abtropfen, Gegenstände werfen, weiße Leinwände und ein frisch gemachtes Bett.

Zensurangst?

Ich habe dieses Wort zuvor nie gehört! (lacht)

Wann ziehst du Grenzen?

Wenn ich mich von meinem Kunstwerk wegbegebe, habe ich die Grenze gezogen im Sinne eines mystischen Bewusstseinszustand. Ich male immer mit geschlossenen Augen… und die Grenze erweitert und vertieft sich in eine kosmische Dimension hinein.

Aber können Grenzen nicht auch behindern und vieles verhindern?

Sch*** auf sie!

Wo er recht hat, da hat er recht!

Visit Anton Unai

Interview & Styling : Jan Luckenbill Hair & Make Up: Betty Amrhein Photos: Oliver Rath



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