„Erika Mustermann erstmals nackt“

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Ausweis-Schönheit Erika Mustermann wird 50

 

Erika Mustermann – jeder kennt sie, niemand hat sie je getroffen. Nun feiert die Lady ihren 50. Geburtstag. Erstmals spricht Sie mit der BZ. Ein fiktives Interview über Popularität, Max Mustermann und Nacktfotos.

FREIBURG. Erika Mustermann – jeder kennt sie, aber niemand hat sie je getroffen. Nun feiert die Lady am Dienstag ihren 50. Geburtstag. Erstmals gelang es BZ-Redakteur Oliver Huber, mit ihr zu sprechen. Ein Interview über Popularität, Max Mustermann und auch Nacktfotos.

BZ: Frau Mustermann, Sie werden am 12. August 50 Jahre alt und begleiten die Republik nun schon seit vielen Jahren. Werden Sie eigentlich oft erkannt?
Mustermann: In der Öffentlichkeit gibt es immer wieder Situationen, in denen mich Menschen ansprechen. Doch oft werde ich einfach mit einer anderen Person verwechselt. Keine Ahnung wieso, aber mit Frau Mustermann sprechen mich Hinz und Kunz auf der Straße nie an.

BZ: Kaum ein Formular, eine Datenbank oder ein Antrag kommt ohne Sie aus. Sind Sie es nicht langsam leid?
Mustermann: Im Gegenteil! Wer außer Krethi und Plethi ist in Deutschland so präsent? „Mein Name ist Erika Mustermann und ich wohne in der Mustermannstraße 1, 12345 Musterstadt,…“. Das ist doch fast schon Lyrik. Außerdem ist das Foto von mir sehr gut getroffen. Es wurde übrigens vor Jahren vom damals noch unbekannten Freiburger Skandal-Fotograf Oliver Rath geschossen. Mit ihm plane ich demnächst ein weiteres Shooting. Sie dürfen sich also schon einmal auf die Schlagzeile „Erika Mustermann erstmals nackt“ freuen.

BZ: Sie wollen sich für die Kamera ausziehen? Riskieren Sie damit nicht Ihren guten Ruf?
Mustermann: Aber nein. Mein Ruf ist nicht in Gefahr. Auch eine graue Maus wie Erika Mustermann hat mehr zu bieten als ein nettes Lächeln. Ich will meine Persönlichkeit weiterentwickeln und mit der Aktion Frauen in meinem Alter Mut machen. Reife Frauen sind selbstbewusst, sehen gut aus und dürfen sich ruhig auch mal von ihrer erotischen Seite zeigen. Das ist doch mittlerweile völlig normal, denken Sie an die „Tatort“-Kommissarin Thomalla. Und was die berufliche Perspektive angeht, kann ich zudem beruhigt in die Zukunft blicken. Mein Vertrag läuft noch bis 2027.

BZ: Viele Menschen interessieren sich für Ihr Privatleben. Was machen Sie in Ihrer Freizeit, haben Sie Hobbys?
Mustermann: Das Sammeln ist meine große Leidenschaft. Ich verfüge mittlerweile über eine respektable Menge an Mustertapeten, Musterteppichen und ganzen Musterhäusern. Einzig gefälschte Musterbewerbungen fehlen mir noch. Hier bin ich für sachdienliche Hinweise dankbar. Meine Adresse ist ja bekannt.

BZ: Sie sind seit 1988 mit Max Mustermann verheiratet. Was ist Ihr Rezept für eine funktionierende Ehe?
Mustermann: Funktionierende Ehe? Da sind Sie aber schlecht informiert. Max und ich gehen seit zehn Jahren getrennte Wege. Er kam mit meinem Ruhm nicht klar und wollte sich immer mehr in den Vordergrund spielen. Als dann noch die Affäre mit Lieschen Müller dazukam, war für mich der Ofen aus. Nach einem kurzen Flirt mit dem kleinen Mann auf der Straße habe ich vergangenes Jahr meinen neuen Partner, Otto Normalverbraucher, kennengelernt. Alles läuft sehr durchschnittlich. Mit ihm bin ich glücklich.

BZ: Sie haben auch eine eigene Facebook-Seite. Wie stehen Sie zu den Sozialen Medien?
Mustermann: Die Facebook-Seite hat mein Sohn Emil für mich angelegt. Doch ganz ehrlich: 158 „Gefällt mir“-Klicks auf meiner Seite haben mich doch frustriert. Diesem ganzen digitalen Dingsbums kann ich nur wenig abgewinnen. Meine Welt ist eben doch die der Formulare und Anträge – gutes altes Papier eben.

BZ: Erleben wir Erika Mustermann demnächst auch noch in der Politik?
Mustermann: Nein. Als Vorlage für fast alle Belange des täglichen Lebens muss ich neutral bleiben. Persönlichkeit entwickeln ja – Politik betreiben nein.

Quelle: Badische Zeitung



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