Sogar Schatten sehen im Licht hell aus

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Sogar Schatten sehen im Licht hell aus

Du siest so unendlich schön aus, wenn du drauf bist. Fühlt sich an wie Eiswürfel aus Glas auf meiner Haut, wenn du sie berührst.Diese Sprache ist echt, einfach gehalten, warum verbalen Aufwand betreiben, wenn die Worte ohnehin nicht reichen. Du liegst neben mir, unrasiert, Sweatshirt und Shorts, ewig langeWimpern umrahmen deine schwarzen Pupillen, du blickst durch den Tunnel, abwechselnd auf das Longpape, verharrst, und die Mische, verharrst, dann gegen die Decke, Pause, und zurück. Es ist kein Schweifen, es ist fixieren, analysieren, ich fühle mich wie ein Reh vor einem Auto, wenn du die Klebestelle anleckst. Du bist so unendlich sexy, so schön, so verdorben, alles an dir. Dieser Kontrast, erstes mal drauf heute Nacht. Ich verzehr mich nach dir, jeden Moment in deiner Gegenwart, wenn auch nur der gedanklichen. Der Rausch hält an, deine Lippen an der Kippe, du bist so elektrisch. Du generierst meinen Strom und ich leite ihn weiter in das unendliche Netz in mir, verbrauche ihn, ausgeglichene Energiebilanz, trotzdem bleibt mehr übrig, als ich verbrauchen kann, während die Energie zugleich nie reichen wird. Du bist so heftig, in allem, überdosieren, übertreiben, dehydrieren, Hyperkardie, und dann diese grünbraunen Kinderaugen, die mich ansehen, als habest du noch nie irgendetwas schlechtes getan, so unschuldig. Dein Körper ist mir heilig, alles an dir, du bist meine Vollkommenheit, das Absolute des Absoluten, der Schönste von allen, gerade jetzt. Wenn du ausgezehrt bist, irgendwie trotzdem der, als den ich dich kennengelernt habe, dir ist kalt sagst du, ich will nichts mehr als dich wärmen, aber du lässt mich nicht, ich darf nur anfassen, so lieblos, deine Lippen unter Vorbehalt, irgendwie hat es einen Reiz, aber der hält nicht an. Du weißt, dass du mich immer haben kannst, weil ich in deiner Gegenwart so schwach bin, und du benutzt es, und mich. Dieser Kontrast, diese Unschuld in deinen Augen und deine Verdorbenheit, du lebst am Limit, und du ziehst mich so an, mein Magnetismus, in meinem Magnetfeld, Antimaterie, Kräfte wirken in alle Richtungen. Ich will meinen Namen auf dich raufschreiben, ich werde Gott sagen, ich werde zurückkehren und die Eiswand schmelzen zwischen uns mit meinen Händen, ich bin elektrisch, genau wie du, doch Eis leitet Strom nur in eine Richtung. Emma macht uns gleich, und Emma reduziert uns auf das Wesentliche, und Emma sagt die Wahrheit. Liebe, Emma macht uns alle zu immer Liebenden, aber sie bringt nur hervor, was schn immer da war, da ist, sie erzeugt die Liebe nicht. Geliebt habe ich dich von Anfang an, ich habe es als Frau nie erlebt, mich körperlich derart nach jemandem zu verzehren, ich will mit dir Drogen nehmen und dich die ganze Nacht ficken und in deinen Armen aufwachen, und das immer wieder, und wenn wir dabei draufgehen, dann hat es sich wenigstens gelohnt, ich will den Sommer unseres Lebens, ich will nur dich und mich, Hand in Hand über den Dreck und den Asphalt laufen, durch Drogen siehst du nicht mehr als das, was da ist, du siehst überhaupt erst richtig klar, was das, was immer da ist, tatsächlich IST und SEIN KANN das macht bei Emma alle gleich, das macht und ebenbürtig, und nicht die Sache selbst, vielmehr das Bewusstsein für diesen Umstand wirkt ewig nach. Musik wird dreidimensional, fährt durch mich und dich und alle anderen, die nichts geschmissen haben, haben keine Ahnung, sie kommen einem so lächerlich vor, wenn man sieht, wie sie lieblos mit den Ärschen wackeln, während man selbst mit allen Dimensionen verschmilzt und Licht und Ton nichts als reine Materie werden. Licht muss Materie haben, sonst könnte es nicht so wirken. Es braucht Materie, um Materie zu bewegen. Vom Gegenteil bin ich nicht zu überzeugen, man enthebt sich jeglicher Angewohnheiten, zumindest derer, die man sich unnatürlich angeeignet hat, was übrig bleibt, ist der Grundcharakter. Hemmungen entfallen weitgehend, trotzdem bleibt man moralisches Ich, die automatische Erhebung aus Selbstschutz fällt weg. Man weiß, dass man gleich ist, man verschmilzt, fixiert sich aufeinander, miteinander, ineinander, während alle zum selben Song tanzen, tanzen wie IN ihm.

HarryetHaller  – neon.de


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