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Rainer Trüby

25. November 2008

 

Der deutsche Produzent und DJ Rainer Trüby, der in Freiburg lebt, gilt als einer der Pioniere des Nu Jazz und ist besonders als Kopf des Musikprojekts „Trüby Trio“ bekannt. Charakteristisch für sein Schaffen sind perkussive, multikulturell inspirierte elektronische Tracks, die Elemente von Jazz, Trip Hop, Soul, House, Breakbeat sowie afrikanischer und lateinamerikanischer Musikrichtungen verbinden. Als DJ bewegt er sich ebenfalls im Spannungsfeld zwischen diesen Stilen.

Man sagt, Trüby sei auf einem Flohmarkt in London auf den Geschmack gekommen, den er Anfang der 90er Jahre auf der Suche nach Jazzplatten durchstöbert hatte. Er begann seine Produzentenkarriere 1994 beim Freiburger Projekt A Forest Mighty Black zusammen mit Bernd Kunz, das auf dem Label Compost seine Musik veröffentlichte. In ihren Tracks, wie „Rebirth“ und „Tides“ mischten sie Trip Hop- und Jazzelemente auf der Basis von Funk-Loops, zum Teil aber auch bereits komplexeren Percussion-Arrangements.

1997 gründete er gemeinsam mit Christian Prommer und Roland Appel das Trüby Trio. Es veröffentlichte in den späten 90ern und nach der Jahrtausendwende zahlreiche Tracks mit Afro- und Latin-Einfluss, wie den Club-Hit „Alegre“ mit seinem charakteristischen Percussion-Beat. 2003 erschien das Debütalbum „Elevator Music“, das die Top 20 der deutschen Charts erreichte. Es enthält spwohl tanzbaren House und Drum’n’Bass als auch zum Relaxen geeignete Stücke, in denen der Einfluss des Soul der 60er Jahre zu spüren ist.

Auch als DJ hat sich Trüby etablieren können. Schon vor seiner Zeit als Produzent legte er in Stuttgart im Club On You auf. Bis heute ist er vor allem in Deutschland und Großbritannien aktiv, und in Freiburg betreibt er eine eigene Partyreihe namens Root Down. Ebenfalls ist er gefragt als Remixer und als Zusammensteller von Compilations. Bekannt wurden die „Glücklich“-Sampler, „Nitrogen – Trip Hop Sources From The Past“ und die dritte Ausgabe der „Talkin‘ Jazz“-Serie, die er zusammen mit Gilles Peterson herausgab.

DER PORNOLADENERBE

13. November 2008